Bau der Großen Beltquerung

(Bildquelle:www.oeresundsbron.dk)

Eine Brücke zu bauen ist nicht innerhalb weniger Tage möglich. Es werden mehrere Jahre gebraucht, um eine ideale Lösung zu finden, wie man sie am besten konstruiert. Dabei müssen die Pläne technisch möglich und politisch akzeptabel gestaltet werden.

Die Große Beltquerung konnte erst 50 Jahre nach dem ersten realistischen Vorschlag in die Realität umgesetzt werden. Bevor man den Entschluss fasste eine Brücke zu bauen, mussten intensive Debatten geführt werden, in denen es darum ging, ob eine Brücke effektiver ist oder eine Fährlinie. Eine Fährlinie existierte bevor man die Brücke baute, jedoch gab es bei dieser Art von Verbindung Probleme, so dass eine Brücke besser erschien.

Der erste realisierbare Vorschlag für eine Überbrückung des Großen Belts stammt aus dem Jahre 1934, als der Bahningenieur R. Hiort Lorentzen einen Skizzenvorschlag für eine Brücke von Halsskov nach Knudshoved veröffentlichte. Die Öffentlichkeit erkannte an diesem Beispiel, dass eine Brücke über den Großen Belt technisch machbar wäre.

1936 präsentierten drei große dänische Ingenieurbüros ein Projekt für ein landesweites Autobahnnetz, das eine Querung des Großen Belts mit einbezog. Daraus folgte im gleichen Jahr ein offizieller Projektvorschlag der Dänischen Staatsbahnen.

1939 war im Haushaltsgesetz ein Betrag für die Voruntersuchungen eines Brückenschlags enthalten, aber die Arbeiten wurden durch den 2. Weltkrieg unterbrochen.

1947 wurden die Brückenentwürfe erneut bearbeitet.

1948 wurde ein Ausschuss gegründet, der sich "Kommission betreffend eine Belt-Brücke" nannte und sich aus Vertretern von Behörden und privaten Verbänden sowie Landes- und Lokalpolitikern zusammensetzte. 1959 legte die Kommission ihren Abschlussbericht vor, der eine Kombination aus Bahn- und Autobrücke vorsah. 

1965 schrieb der Minister für öffentliche Arbeiten einen Wettbewerb aus, wobei es sich um einen internationalen Ideenwettbewerb handelte, der Ingenieure aus aller Welt animieren sollte, Vorschläge einzureichen. Es kamen 144 Vorschläge zusammen, wobei die meisten eine Schrägseilbrücke vorsahen und nur wenige die Möglichkeit eines Tunnels in Erwägung zogen. 

1970 wurde ein Ausschuss bestehend aus Technikern einberufen, die sich mit der Idee eines Autozuges beschäftigen sollten. Im Abschlussbericht 1972 sprachen sie sich für den Autozug aus.

1973 legte das dänische Parlament per Gesetz fest, dass eine Brücke über den Großen Belt entstehen sollte. Das Gesetz schrieb vor, dass die Verbindung als Kombination von Straßen-/Schienenverbindungen mit Hochbrücke über der Ostrinne und einer Flachbrücke über der Westrinne gebaut werden müsse. Ende 1973 wurde die Arbeit aufgrund der internationalen Energiekrise erneut unterbrochen. 

1976 wurde das Gesetz wieder aufgenommen und es wurde eine Bauherrenorganisation gegründet, "Die Staatsbrücke Großer Belt" (Statsbroen Storebælt).

1978, als die Organisation den ersten Vertrag der eigentlichen Bauarbeiten unterschreiben wollte, musste das Projekt wiederum unterbrochen werden, da sich die Partei der Liberalen gegen den sofortigen Beginn der Arbeit aussprach. Sie wollten, dass das Projekt erst einmal fünf Jahre unterbrochen wird. 

1983 wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Durch eine Gruppe von Technikern musste der Plan auf Wunsch des Verkehrsministers erneut aktualisiert werden.

1985 bewilligte das Parlament Mittel für die Untersuchung der umweltmäßigen Konsequenzen der festen Bindung.

1986 vereinbarte die Vierparteieinverbindung aus Liberalen, Konservativen, christlicher Volkspartei und Zentrumdemokraten zusammen mit der sozialdemokratischen Partei, die feste Bindung über den Großen Belt zu bauen. 

Im Januar 1987 wurden die Mitglieder des Aufsichtsrates der in "Aktiengesellschaft Großer Belt Verbindung" (Aktieselskabet Storebæltsfortbindelsen) ernannt. Am 10. Juni desselben Jahres wurde das Gesetz über den Bau im Parlament beschlossen. 

Am 23. Juni 1988 wurde der erste Spatenstich durchgeführt. Nach einer 10- jährigen Bauphase, die sich problemreich gestaltete, konnte die Querung am 14. Juni 1998 von der dänischen Königin Margarethe dem Verkehr übergeben werden.

(teilweise übernommen aus: A/S Storebælt (1998): Storebælt (Broschüre); angefordert unter http://www.storebaelt.dk)

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 Stand Dezember 2000 - S.M. und A.W., Dahlmannschule Bad Segeberg